In Brasilien leben und arbeiten

Jul 27, 2013 von

In Brasilien leben und arbeiten

Anhaltend gute Konjunktur, steigender Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften, innenpolitische Stabilität und strahlend schönes Wetter das ganze Jahr hindurch – Gründe, sich für eine Beschäftigung in Brasilien zu interessieren gibt es genug. Mitte 2011 erhielten 26500 Ausländer eine Arbeitsgenehmigung in Brasilien, rund 20% mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Interessenten war sogar um 34% gestiegen. Die meisten ausländischen Arbeitskräfte in Brasilien stammen aus Portugal, Spanien und den USA. Daneben interessieren sich laut brasilianischen Jobvermittlern aber auch merklich mehr Franzosen, Italiener, Briten und Deutsche für einen Arbeitsplatz an der Sonne.

Die brasilianische Wirtschaft begrüßt diese Entwicklung, denn das rasante Wachstum und der damit einhergehende Ausbau der Infrastruktur schaffen Bedarf nach qualifiziertem Personal. Besonders begehrt sind neben Ingenieuren, Technikern und IT Experten auch Fachkräfte für internationale Finanzen. Die Bezahlung ist gut, die Stimmung locker, und die Lebensqualität – und wer eine Stellung findet ist zumeist sehr zufrieden. Brasilianische Medien berichten stolz über ausländische Führungskräfte, die das neue Brasilien im Rahmen einer Entsendung kennenlernen und sich bis vor Ablauf ihrer Tätigkeit so gut einleben, dass sie nicht mehr willens sind, das Land zu verlassen.

Die zuverlässigsten Garanten für einen reibungslosen Einstieg ins brasilianische Wirtschaftswunder sind eine anfängliche Entsendung durch eine ausländische Firma, oder eine gezielte Vermittlung durch eine internationale Agentur. Daneben entstehen vor allem im Dienstleistungssektor dank des gestiegenen Qualitätsbewusstseins der brasilianischen Verbraucher viele Möglichkeiten für Menschen mit Eigeninitiative und kreativen Ideen. Die Vorlage eines Geschäftsplans und eine Investition von 150.000 Real Stammkapital ermöglichen die Ausstellung einer permanente Aufenthaltsgenehmigung und einer Arbeitsgenehmigung. Wer dagegen ohne Startkapital oder passenden berufliche Qualifikation in Brasilien Fuß fassen möchte, wird es merklich schwerer haben, denn die Zahl der Arbeitskräfte ohne Abschluss ist in Brasilien hoch und das Lohngefälle enorm. Sich hier durchzusetzen ist zwar nicht unmöglich, erfordert jedoch zumindest ausgezeichnete Sprach- und Kulturkenntnisse.

Etwas getrübt wird diese Situation durch ein komplexes steuerliches Regelwerk. Dies gilt vor allem für angehende Expats aus Deutschland und der Schweiz, denn zur Zeit (Stand Ende 2012) unterhält keines der beiden Länder mit Brasilien ein Doppelbesteuerungsabkommen. Behält man während seiner Tätigkeit einen Wohnsitz im Heimatland bei, wird man in beiden Ländern mit seinem gesamten Einkommen steuerpflichtig. Neben einem umfangreichen Papierkrieg hat dies unter dem Strich zumeist  auch eine Erhöhung der Abgabenlast zu Folge, weswegen es sich empfiehlen kann, für die Zeit der Tätigkeit in Brasilien den Wohnsitz in der Schweiz oder in Deutschland aufzugeben. Österreicher sind im Vergleich besser gestellt, denn hier vermeiden entsprechende Abkommen eine Erhöhung der Steuerlast bei einer Tätigkeit in Brasilien.

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